Was würde Walter Benjamin sagen?
In unserem einleitenden kleinen Gedicht haben wir bereits einige Informationen zu Walter Benjamin gesammelt und auch einige interessante Seiten verlinkt. Walter Benjamin hat in seinem Aufsatz „das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1935) ganz grundlegend über die technische Veränderung berichtet und anmerkt, dass durch die Möglichkeit der Vervielfältigung von Kunstwerken, dem Original seine Aura genommen werde. Dabei ist die Aura des Kunstwerkes ein Gefühl der Einmaligkeit, der Echtheit und auch der Unnahbarkeit.
Eines der bekanntesten und dem nach auch sehr oft reproduzierten, adaptierten und allgegenwärtigsten Kunstwerken ist die Mona Lisa von Leonardo da Vinci.
Dabei ist es aber so, dass Walter Benjamin diese Entwicklung nicht als grundlegend negativ betrachtet, wie beispielsweise Adorno. Benjamin sah damals bereits das Potential und den Raum, der dadurch geschaffen werden kann, auch wenn es in gewisser Weise zu einem Verlust kommt. Natürlich hat Walter Benjamin noch mehr in seinem Aufsatz stehen, weshalb wir einerseits den Aufsatz und andererseits noch ein Video verlinkt haben, das die Thesen des Textes auf eine unterhaltsame und gleichzeitig informative Art und Weise wiedergibt.
Dieses Video ist im Rahmen einer Leistungserbringung im Studiengang Medienbildung an der Otto-von-Guericke Universität entstanden.
Für diejenigen, denen der Aufsatz etwas zu lang ist und die trotzdem einen Einblick in die Schreibweise von Walter Benjamin und ganz grundlegend den Text bekommen wollen, haben wir einige Zitate rausgesucht. Was denkt ihr dazu? Lasst es uns gerne wissen!
Das Hier und Jetzt des Originals macht den Begriff seiner Echtheit aus.
Was im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks verkümmert, das ist seine Aura.
Innerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung.
In dem Augenblick aber, da der Maßstab der Echtheit an der Kunstproduktion versagt, hat sich auch die gesamte soziale Funktion der Kunst umgewälzt.
Die Einzigkeit des Kunstwerks ist identisch mit seinem Eingebettetsein in den Zusammenhang der Tradition. [...] Der einzigartige Wert des ‚echten’ Kunstwerks hat seine Fundierung im Ritual, in dem es seinen originären und ersten Gebrauchswert hatte.
In der Photographie beginnt der Ausstellungswert den Kultwert auf der ganzen Linie zurückzudrängen.
Es ist sehr lehrreich zu sehen, wie das Bestreben, den Film der ‚Kunst‘ zuzuschreiben, diese Theoretiker nötigt, mit einer Rücksichtslosigkeit ohnegleichen kultische Elemente in ihn hineinzuinterpretieren.
[…] zum ersten Mal – und das ist das Werk des Films – kommt der Mensch in die Lage, zwar mit seiner gesamten lebendigen Person aber unter Verzicht auf deren Aura wirken zu müssen.
Nichts zeigt drastischer, daß die Kunst aus dem Reich des ‚schönen Scheins‘ entwichen ist, das solange als das einzige galt, in dem sie gedeihen könnte.
Der Film antwortet auf das Einschrumpfen der Aura mit einem künstlichen Aufbau der ‚personality‘ außerhalb des Ateliers. Der vom Filmkapital geförderte Starkultus konserviert jenen Zauber der Persönlichkeit, der schon längst nur noch im fauligen Zauber ihres Warendiarakters besteht.
Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist.